Zähneputzen – aber richtig!

Richtig Zähne putzen – nichts leichter als das könnte man meinen, schließlich tun es laut Verbraucher-Analyse rund 97 Prozent der Deutschen mindestens einmal am Tag. Immerhin sieben von zehn Erwachsenen greifen sogar mindestens zweimal täglich zur Zahnbürste – das hat die aktuelle Deutsche Mundgesundheitsstudie zutage gefördert. Bei so viel Routine scheint selbstverständlich, dass fast jeder auch weiß, wie und womit man seine Zähne richtig reinigt. Doch weit gefehlt. Zahnärzte haben in ihren Praxen immer häufiger Patienten mit Zahnschäden, die durch falsches Putzen verursacht wurden. Hauptfehler beim täglichen Zähneputzen: Die meisten Menschen putzen zu kurz, mit zu hohem Druck und ohne System. Gerade die Routine, die man über die Jahre beim Zähneputzen entwickelt hat, steht einer gründlichen Reinigung oft im Weg, weil viele Menschen ganz automatisch und ohne darüber nachzudenken zur Zahnbürste greifen und das immer gleiche Ritual abspulen. Das heißt, sie kontrollieren beim Putzen gar nicht, ob sie wirklich alle Zahnflächen gereinigt haben. Und da sie das Zahnputzritual jeden Tag wiederholen, werden auch immer die gleichen Stellen vernachlässigt.

 

Zähneputzen mit System

Putzen Sie Ihre Zähne mit System, so dass Sie wirklich alle Zähne und Zahnflächen erreichen. Ist das einmal im Gehirn abgespeichert, kann man sich wieder ganz seiner Routine hingeben. Bis das passiert ist, sollte man sich beim Zähneputzen genau auf das konzentrieren, was man tut. Man muss sich zunächst bewusst machen, dass jeder Zahn mehrere Flächen hat, die allesamt gereinigt werden müssen: Innen-, Außen- und bei den Backenzähnen noch die Kauflächen. Man beginnt mit dem Putzen am besten immer an der gleichen Stelle, zum Beispiel bei den Zahninnenflächen links hinten im Unterkiefer. Dann arbeitet man systematisch reihum die Innenflächen des gesamten Unterkiefers ab, wechselt dann zu den Außenflächen und schließlich zu den Kauflächen. Ein guter Tipp ist auch, sich die schwierigen Stellen zuerst vorzunehmen. Die leichter zu reinigenden Bereiche des Gebisses kommen dann an die Reihe, wenn die Konzentration bereits nachlässt.

 

Ausdauer

Für jedes Putzen der Zähne sollte man sich mindestens zwei, besser drei Minuten Zeit nehmen. Studien zeigen, dass bei fünf Minuten Putzdauer noch einmal deutlich mehr Beläge entfernt werden. Wir wissen aber auch, dass die Durchschnittsputzdauer bei gerade einmal 40 Sekunden liegt. Hier muss also ein Umdenken stattfinden.

 

Der richtige Druck

Fehlerhaftes Zähneputzen kann zu irreversiblen Schäden an der Zahnsubstanz führen. Einer der Hauptverursacher solcher Putzschäden ist zu hoher Druck beim Putzen. Die Zahnbürste sollte mit einem Druck, der maximal 150 bis 200 Gramm entspricht, über die Zahnflächen geführt werden. Um ein Gefühl für den richtigen Druck beim Zähneputzen zu bekommen, kann man mit einer Küchenwaage trainieren.

 

Von Rot nach Weiß war gestern

Heute empfehlen Zahnärzte die Bass-Technik. Dabei wird die Bürste in einem 45-Grad- Winkel am Zahnfleischsaum angesetzt, leicht rüttelnde Bewegungen, ohne dass sich die Borsten von der Stelle rühren, sollen sicherstellen, dass auch die Zahnzwischenräume möglichst gründlich gereinigt werden. Die gelöste Plaque wird mit einer auswischenden Bewegung Richtung Zahnkrone abtransportiert.

 

Welche Zahnbürste ist die richtige?

Ein paar grundsätzliche Überlegungen erleichtern die Wahl des individuell passenden Reinigungsgerätes. Eher kleiner, abgerundeter Bürstenkopf (maximal zwei Zähne breit). So erreichen die Borsten auch die hinteren Zähne gut. Weiche bis mittelharte Borsten. Das ist besser für das Zahnfleisch. Kunststoffborsten, denn Naturborsten brechen leichter und sind im Inneren hohl, so dass sie beste Rückzugsmöglichkeiten für Bakterien bieten.

 

Abgerundete Borsten, um das Zahnfleisch zu schonen

Dichte Borsten (sog. multi-tufted Zahnbürste), denn je mehr Borsten über die Zahnflächen putzen, desto besser die Reinigungswirkung. Längere, aus dem Borstenfeld herausragende Borstenbündel, so können auch Borsten in die Zahnzwischenräume und unter den Zahnfleischsaum gelangen und dort Bakterienbeläge entfernen.