Zahnfleisch – der Schutzmantel der Zähne

Zahnfleischentzündung

Allein in Deutschland leiden fast 60 % der Erwachsenen an der Volkskrankheit Zahnfleischentzündung. Doch maximal 3 % der Ausgaben für die zahnmedizinische Versorgung werden für Parodontal-Therapien genutzt. Bei über 40-Jährigen gehen sogar mehr Zähne durch Zahnfleischerkrankungen als durch Karies verloren. Als Ursache diagnostiziert man u.a. schlechte Mundhygiene und Ernährung, ein gestörtes Immunsystem durch Stress, Rauchen oder auch genetische Anlagen und Stoffwechselerkrankungen, wie z.B. Diabetes. Zudem weiß man heute, dass die eine Parodontitis auslösenden Keime auch andere Allgemeinerkrankungen begünstigen und z.B. das Risiko einer Frühgeburt erhöhen können. Hier gilt grundsätzlich, wie bei Karies: Eine gute Mundhygiene, zahngesunde Ernährung und gesunde Lebensweise ist der beste Schutz vor einer den ganzen Körper belastenden Erkrankung. In unserer Mundhöhle gibt es zahlreiche Krankheitserreger und Bakterien, die sich ständig auf der Zahnoberfläche, dem Zahnfleisch und den Zahnbelägen (Plaque) ansiedeln. Diese gehören in geringer Anzahl zur gesunden Mundflora. Vermehren sie sich durch schlechte Mundhygiene, bilden die Plaquebakterien Giftstoffe, die ins Zahnfleisch wandern und dort zu Rötungen und Schwellungen führen, Gingivitis (Zahnfleischentzündung) genannt. Wird Plaque nicht entfernt, schiebt sie sich zwischen Zahn und Zahnfleisch. Es bilden sich „Taschen“, in denen sich neben Plaque auch Speisereste, Zahnstein und Bakterien ablagern. Erst jetzt spricht man von Parodontitis (Zahnbetterkrankung). In fortgeschrittenem Stadium weitet sich die Entzündung auf den Kieferknochen aus.

Mundraum spülen

Es ist empfehlenswert, sich mit Mundpflegekonzentrat oder gebrauchsfertiger, alkoholfreier Mundspüllösung jeweils nach dem Zähneputzen den Mund zu spülen. Diese Spülung wirkt auch dort antibakteriell, wo die Zahnbürste nicht hinkommt und strafft und pflegt das Zahnfleisch. Außerdem entsteht ein angenehmes Frischegefühl.

Zahnfleischtaschen

Bei entzündlichen Zahnbetterkrankungen (Parodontitis) bilden sich zwischen Zahn und umgebendem Zahnfleisch Zwischenräume, so genannte Zahnfleischtaschen. In diesen sammeln sich Ablagerungen, die unter anderem Bakterien enthalten, die wiederum die Taschenbildung weiter vorantreiben und sich gleichzeitig an der Oberfläche des Zahns anlagern und beim Fortschreiten der Parodontitis sogar den Knochen angreifen und abbauen. Eine Reinigung der Zahnfleischtaschen zu Hause ist nicht möglich. Die darin befindlichen Ablagerungen können nur beim Zahnarzt im Zuge einer Parodontosebehandlung entfernt werden. Einmal abgebauter Knochen kann sich nicht wieder regenerieren, wohl aber kommt es vor, dass sich das Zahnfleisch nach erfolgreicher Behandlung wieder fest mit dem Zahn verbindet. Eine Kontrolle der Zahnfleischtaschentiefe wird alle zwei Jahre von der Krankenkasse erstattet. Dabei misst der Zahnarzt mit einer Sonde, wie tief die Zahnfleischtaschen sind. Bei einer fortschreitenden Parodontitis wird durch die Aktivitäten von Bakterien der Knochen, in dem der Zahn verankert ist, abgebaut, die Taschen werden immer tiefer.